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Winzerin Silvia Toth aus Lutzmannsburg

Wer mit Winzerin Silvia Toth aus Lutzmannsburg spricht, merkt sehr bald, dass diese ihr Motto "carpe diem" tagtäglich lebt und umsetzt. So leitet die vierfache Mutter und Großmutter von zwei Enkeln nicht nur einen 14 ha großen Weinbaubetrieb, sondern engagiert sich u.a. auch in zahlreichen Bäuerinnengremien.
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© LKO/Markus Beeren
Ursprünglich wollte die geborene Lutzmannsburgerin eigentlich Hauswirtschaftslehrerin werden. Aufgrund verschiedenster Lebensumstände entschloss sie sich jedoch, in den Winzerhof ihrer Schwiegereltern einzusteigen und diesen zu erweitern. "Eigentlich bin ich sukzessive in den Betrieb reingewachsen", erzählt Silvia Toth, die nicht nur vom Knowhow ihrer Umgebung profitierte, sondern auch auf gezielte Aus- und Weiterbildung setzte. Diese reichte von Seminaren an der Weinakademie bis zu Rhetorik- und Computerkursen. "Das Meiste war dennoch ‚learning by doing‘", berichtet die Winzerin. Unterstützt wird sie nicht nur von Ehemann Günther, hauptberuflich Polizist, sondern auch von Sohn Stefan, der den Hof in einigen Jahren übernehmen möchte.

Wertvolle Bäuerinnen-Netzwerke

Doch wie ist Silvia Toth zur Bäuerinnen-Organisation und "ZAMm unterwegs" gestoßen? "Ehrenamtliches Engagement war für uns schon immer selbstverständlich und so habe ich gerne zugesagt, als die Bäuerinnen an mich herangetreten sind", betont die Winzerin, die nicht nur im Pfarrgemeinderat aktiv ist, sondern auch als Ort- und Gemeindebäuerin sowie als stellvertretende Landesbäuerin fungiert.
"So ein Netzwerk ist enorm bereichernd. Allein die Erfahrung, wie andere Haus, Hof und Familie managen, ist aufbauend und stärkend. Gleichzeitig kann man auch andere Einstellungen kennenlernen", betont die Lutzmannsburgerin, die ihre Berufskolleginnen zur Teilnahme an Bildungsprojekten wie "ZAMm unterwegs" motivieren möchte. "Man bekommt etwa vermittelt, wie man sich als Frau besser präsentiert, artikuliert und behauptet", betont Silvia Toth. "‚ZAMm unterwegs‘ stärkt somit das Selbstbewusstsein unserer Bäuerinnen."

Modern mit gewissen Traditionen

Sich selbst bezeichnet die 54-jährige Winzerin als moderne Bäuerin mit gewissen Traditionen. "Mir ist es wichtig, allem gegenüber offen zu sein. So ist etwa die Digitalisierung in der Landwirtschaft entscheidend, um mit der Zeit zu gehen", betont Silvia Toth. Besonders am Herzen liegt ihr außerdem, sowohl ihren (Enkel-)Kindern als auch ihrer Kundschaft zentrale Werte zu vermitteln. "Im Zusammenleben sollten alle am Ende des Tages das Gefühl haben: Wir sind füreinander da, wir halten zusammen", betont Silvia Toth, deren Familie schon einige schwere Schicksalsschläge verkraften musste. "Trotz allem darf man die eigenen Ziele nie aus den Augen verlieren. Es ist wichtig, aus dem, was uns Gott und die Natur geschenkt haben, das Beste zu machen und es zu schätzen. Uns ist sehr wichtig, diese Qualität und Liebe zu unserer Arbeit schlussendlich auch in die Flasche zu bekommen und an unsere Kunden weiterzugeben", unterstreicht die Winzerin.
Dass in landwirtschaftlichen Produkten viel Leidenschaft und knochenharte Arbeit stecken, möchte sie - gemeinsam mit anderen Bäuerinnen – auch der restlichen Gesellschaft verstärkt vermitteln.